Stromnetzausbau: Landwirtschaft frühzeitig einbinden
Landvolk Braunschweiger Land sieht sich als Bindeglied zwischen Landwirtschaft, Politik und Netzbetreibern
Der Ausbau der Stromnetze ist eine zentrale Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Gleichzeitig stellt er die Landwirtschaft vor erhebliche Herausforderungen, wenn für neue Leitungen wertvolle landwirtschaftliche Flächen in Anspruch genommen werden. Wie der notwendige Netzausbau mit den Interessen der Landwirtschaft in Einklang gebracht werden kann, war Thema von Gesprächen des Landvolks Braunschweiger Land mit den Bundestagsabgeordneten Reza Asghari (CDU) und Dunja Kreiser (SPD) sowie Vertretern der Netzbetreiber Avacon und TenneT und betroffenen Landwirten.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie der notwendige Ausbau der Stromnetze so gestaltet werden kann, dass Eingriffe in landwirtschaftliche Flächen möglichst gering gehalten werden. „Die Energiewende braucht starke Netze. Gleichzeitig müssen Versorgungssicherheit, der Schutz unserer Höfe und der Erhalt landwirtschaftlicher Flächen gemeinsam gedacht werden“, betont Volker Meier, Geschäftsführer des Landvolks Braunschweiger Land.
Als Interessenvertretung der Landwirtschaft sieht sich das Landvolk Braunschweiger Land dabei in einer wichtigen Vermittlerrolle. Die unterschiedlichen Interessen von Landwirtschaft, Politik, Netzbetreibern und Behörden müssen frühzeitig zusammengebracht werden, damit praktikable Lösungen entstehen können. Das Landvolk kennt die Situation und die Herausforderungen der betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe aus erster Hand und kann diese Erfahrungen in die Planungen einbringen.
Ein wesentlicher Ansatz ist aus Sicht des Landvolks Braunschweiger Land die frühzeitige Abstimmung verschiedener Leitungsbauprojekte. Wo immer möglich, sollten bestehende und neue Leitungen gebündelt und gemeinsame Trassen genutzt werden. So lassen sich zusätzliche Eingriffe in die Landschaft und landwirtschaftliche Nutzflächen vermeiden und gleichzeitig Synergien nutzen.
Auch die Netzbetreiber TenneT und Avacon arbeiten nach eigenen Angaben eng zusammen, um Synergien beim Netzausbau zu nutzen. Timo Abert, zuständig für das Kommunalmanagement bei Avacon, betonte im Gespräch, dass die Netzstabilität oberste Priorität habe. Angesichts der Dimension der Energiewende sei eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Akteure notwendig.
„Wir wollen, dass die Landwirtschaft nicht erst dann gehört wird, wenn Trassenverläufe bereits feststehen. Als Interessenvertretung der Landwirte wollen wir frühzeitig mit allen Beteiligten an einem Tisch sitzen und dazu beitragen, dass die verschiedenen Anforderungen zusammengeführt werden“, so Meier.
Gerade in Regionen wie Wolfenbüttel, Salzgitter und dem Braunschweiger Land treffen die Anforderungen der Energiewende unmittelbar auf landwirtschaftlich genutzte Räume. Für die betroffenen Betriebe geht es dabei nicht nur um Flächenverluste, sondern auch um die Bewirtschaftbarkeit ihrer Flächen und die langfristige Entwicklung ihrer Höfe.
Von der Bundespolitik erwarten die Gesprächsteilnehmer Unterstützung für eine verlässliche und abgestimmte Umsetzung der anstehenden Netzausbauprojekte. Gleichzeitig braucht es aus Sicht des Landvolks Braunschweiger Land eine frühzeitige und kontinuierliche Kommunikation zwischen Netzbetreibern, Politik, Behörden und den betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben.
Das Landvolk Braunschweiger Land wird sich daher weiterhin als Bindeglied und Interessenvertretung der Landwirtschaft in den Dialog einbringen. Ziel ist es, den notwendigen Ausbau der Stromnetze konstruktiv zu begleiten und dabei die Belange der landwirtschaftlichen Betriebe frühzeitig und angemessen in die Planungen einzubringen.

60 Jahre Maschinenring Velpke-Schöppenstedt
Ein besonderes Jubiläum wurde kürzlich in Bornum gefeiert: Der Maschinenring Velpke-Schöppenstedt e.V. blickt auf 60 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit und Unterstützung der landwirtschaftlichen Betriebe in der Region zurück. Rund 350 Gäste aus Landwirtschaft, Politik und Gesellschaft waren der Einladung zur Jubiläumsfeier gefolgt und machten den Abend zu einem besonderen Ereignis.
Felicitas Naundorf, 1. Vorsitzende des Maschinenrings, ließ in ihrer Begrüßung die vergangenen sechs Jahrzehnte Revue passieren und stellte dabei einen Wert besonders heraus: das Vertrauen unter den Mitgliedsbetrieben.
„Sechzig Jahre Maschinenring – das sind sechzig Jahre Vertrauen. Vertrauen zwischen Betrieben, die sich Maschinen, Arbeit und manchmal auch Sorgen teilen. Dieses Vertrauen ist der eigentliche Wert, den wir hier feiern“, betonte Naundorf.
Seit seiner Gründung im Februar 1966 ist der Maschinenring ein fester Bestandteil der landwirtschaftlichen Zusammenarbeit in der Region. Über sechs Jahrzehnte hat er dazu beigetragen, dass landwirtschaftliche Betriebe gemeinsam wirtschaften, Ressourcen nutzen und sich gegenseitig unterstützen können. Gerade in einer Zeit, in der die Anforderungen an die Landwirtschaft stetig wachsen, bleibt dieser Gedanke der Zusammenarbeit von großer Bedeutung.
Auch aus Sicht des Landvolks zeigt das Jubiläum, wie wichtig starke regionale Strukturen und der Austausch unter Berufskolleginnen und Berufskollegen für die Landwirtschaft sind. Maschinenringe stehen dabei beispielhaft für gelebte Kooperation und dafür, dass Landwirtschaft auch von Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung lebt.
Nach dem offiziellen Teil wurde im Festzelt ausgiebig gefeiert. Bei Tanz und Musik wurde bis in die frühen Morgenstunden gemeinsam auf sechs Jahrzehnte Maschinenring Velpke-Schöppenstedt angestoßen.
Die große Resonanz auf die Jubiläumsfeier und die ausgelassene Stimmung unter den Gästen machten deutlich: Der Maschinenring ist weit mehr als eine organisatorische Unterstützung für landwirtschaftliche Betriebe. Er ist Teil der regionalen Landwirtschaft und Ausdruck eines starken Miteinanders.
Das Landvolk gratuliert dem Maschinenring Velpke-Schöppenstedt herzlich zum 60-jährigen Bestehen und wünscht für die kommenden Jahre weiterhin viel Erfolg, gute Zusammenarbeit und eine starke Gemeinschaft.
Im Gespräch mit dem Europa-Abgeordneten
Bei der Wahlveranstaltung der CDU in Büddenstedt war Hauptredner der EU-Abgeordnete David McAllister.
Für uns als Vertreter des Verbandsgebietes Helmstedt war das eine gute Gelegenheit, Themen direkt anzusprechen, die unsere Region bewegen: Mercosur, die Herausforderungen durch FFH-Lebensraumtypen und ganz allgemein die Zukunft und Entwicklung des ländlichen Raums.
Wir haben konkrete Probleme aus unserer Sicht benannt und deutlich gemacht, wo aus unserer Sicht politischer Handlungsbedarf besteht.
Europa ist schließlich nicht nur Brüssel – sondern beginnt auch hier vor Ort.
Landvolk Braunschweiger Land zieht Erntebilanz
Wetterextreme treffen auf schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die Ernte 2026 zeigt deutlich, dass nicht allein das Wetter die Landwirtschaft vor Probleme stellt. Die Hitzeperiode Ende Juni hat insbesondere beim Winterweizen zu einer zu frühen und abrupten Abreife geführt. Die Folge sind regional geringere Erträge und Qualitätseinbußen. Die Gerste konnte aufgrund ihrer früheren Reife vielerorts besser mit der Witterung umgehen.
Für die Betriebe kommt die schwierige Ernte zu einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Situation hinzu. Hohe Kosten für Betriebsmittel, Energie, Pachten, Maschinen und Reparaturen treffen auf starke Preisschwankungen und vielfach unzureichende Erzeugerpreise. Steigende Lebensmittelpreise im Handel kommen bei den landwirtschaftlichen Betrieben nur begrenzt an. Bei geringeren Erträgen verschärft sich dieser Kostendruck zusätzlich, weil die laufenden Kosten unabhängig von der Erntemenge bestehen bleiben.
Gleichzeitig nimmt der Anpassungsdruck durch den Klimawandel zu. Die Betriebe reagieren bereits mit angepassten Sorten, veränderten Bodenbearbeitungsverfahren und einer effizienteren Wassernutzung. Auch die Beregnung gewinnt an Bedeutung. Damit solche Anpassungen möglich sind, braucht es jedoch Investitionsfähigkeit und verlässliche Rahmenbedingungen.
Landwirtschaft im Braunschweiger Land besonders vom Getreide geprägt
Im Verbandsgebiet des Landvolks Braunschweiger Land werden auf rund 162.657 Hektar Ackerfläche etwa 50 Prozent mit Getreide bestellt. Weizen und Wintergerste gehören zu den wichtigsten Kulturen.
Auch in der Region Braunschweig spielt der Getreideanbau eine zentrale Rolle: Von rund 6.897 Hektar Ackerfläche entfallen etwa 2.563 Hektar auf Weizen und 549 Hektar auf Wintergerste. Die Auswirkungen der diesjährigen Witterung betreffen damit einen wesentlichen Teil der regionalen Landwirtschaft.
Zusätzlichen Druck erzeugen politische und internationale Rahmenbedingungen. Importierte Agrarprodukte dürfen nicht zu Wettbewerbsnachteilen für heimische Betriebe führen, wenn für deren Produktion in Deutschland deutlich höhere Standards gelten. Ebenso belasten zunehmende bürokratische Anforderungen die Betriebe.
Das Landvolk Braunschweiger Land fordert deshalb verlässliche politische Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und faire Wettbewerbsbedingungen. Die Landwirtschaft kann sich auf Wetterextreme einstellen – dafür müssen die wirtschaftlichen Voraussetzungen jedoch gegeben sein.
Die Ernte 2026 macht deutlich: Das Wetter ist der Auslöser für Ertragseinbußen, die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aber entscheiden darüber, wie gut die Betriebe solche Jahre verkraften können.
Tour de Flur mit dem Fahrrad
Trotz hochsommerlicher Temperaturen war die diesjährige Tour de Flur in Rhüden (Landkreis Goslar) ein voller Erfolg: 55 Teilnehmer machten sich gemeinsam auf die rund 15 Kilometer lange Fahrradtour durch die Feldmark.
Unterwegs gab es spannende Einblicke in die heimische Landwirtschaft. An der Biogasanlage in Mechtshausen wurde anschaulich erklärt, wie aus nachwachsenden Rohstoffen Energie entsteht. Viel Wissenswertes gab es auch über die angebauten Feldfrüchte zu erfahren – darunter Dinkel, Gerste, Raps, Weizen, Zuckerrüben und Körnermais.
Auf den teilnehmenden Höfen konnten moderne Landmaschinen wie Mähdrescher aus nächster Nähe besichtigt werden. Der Infowagen des Landvolkes bot zusätzlich viele interessantes Anschauungsmaterial rund um die Landwirtschaft das auch mitgenommen werden konnte. Bereichert wurde das Programm von den Landfrauen Goslar sowie der Nudelmanufaktur Gaus aus Lutter.
Zum gemütlichen Ausklang gab es kühle Getränke, leckere Bratwurst und selbstgebackenen Kuchen.
Ein herzliches Dankeschön gilt den Höfen Harenberg und Schellmann, die diesen Tag mit großem Engagement gestaltet und damit einen tollen Einblick in die regionale Landwirtschaft ermöglicht haben.
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