Agrarnachwuchs erhält Spitzenabschluss
Zwischen den roten Dünen Namibias und den landwirtschaftlichen Betrieben im Gebiet des Landvolks Braunschweiger Land liegen ca. 8.000 Kilometer – und doch gehören beide Orte für eine Landwirtin und einen Landwirt aus der Region nun zu ihrer Ausbildungsgeschichte. Nach einem anspruchsvollen Jahr haben
Lenn Heise aus Meine OT Grassel
Merit Hornbostel aus Edemissen OT Wehnsen
Johannes Brandes aus Süpplingenburg
die Fachschule Agrarwirtschaft der Albrecht-Thaer-Schule in Celle erfolgreich abgeschlossen und dürfen ab sofort den Titel „Staatlich geprüfter Betriebswirt“ und „Bachelor Professional in Agrarwirtschaft“ führen.
Insgesamt erhielten sieben Absolventinnen und 25 Absolventen ihre Urkunden am 24. Juni im Rahmen einer feierlichen Abschlussveranstaltung im Heidehof Ahnsbeck. Mehr als 250 Gäste nahmen an der Verabschiedung teil.
Die Weiterbildung gilt als eine der anspruchsvollsten Qualifikationen im landwirtschaftlichen Bereich. Das sogenannte „Thaer-Seminar“ ist mit einer Meisterausbildung vergleichbar und vermittelt neben umfassenden betriebswirtschaftlichen Kenntnissen auch die Ausbilderberechtigung sowie die Fachhochschulreife.
Doch nicht nur Zahlen, Strategien und Betriebsentwicklung standen auf dem Lehrplan. Ein besonderer Höhepunkt war die gemeinsame Studienreise nach Namibia. Dort erhielten die angehenden Betriebswirte Einblicke in Betriebe mit dem Schwerpunkt Rinderhaltungsbetriebe und Jagdtourismus. Im berühmten Sossusvlei bot sich ihnen ein seltenes Naturschauspiel: Nach außergewöhnlich ergiebigen Regenfällen standen Seen zwischen den sonst trockenen Sanddünen. Kulturelle Eindrücke in Swakopmund und eine Quadtour durch die Wüste rundeten die Reise ab.
Die Fachschule Agrarwirtschaft in Celle blickt in diesem Jahr auf eine hundertjährige Geschichte zurück und genießt weit über Niedersachsen hinaus einen ausgezeichneten Ruf. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehreren Bundesländern entscheiden sich bewusst für die Weiterbildung in Celle. Voraussetzung sind eine bereits abgeschlossene landwirtschaftliche Ausbildung, praktische Berufserfahrung sowie der Abschluss der einjährigen Fachschule Agrarwirtschaft.
Weitere Informationen zur Fachschule Agrarwirtschaft gibt es bei der Albrecht-Thaer-Schule Celle unter:
www.ats-bbs3celle.eu/agrarwirtschaft.html
Quelle:
Albrecht-Thaer-Schule – BBS III Celle
Abteilung Agrarwirtschaft
Am Reiherpfahl 14
29223 Celle
Zum 10. Mal: „Lehrpfad der Landwirtschaft“ in Mascherode eröffnet
Am Freitag vor der Sommersonnenwende begrüßte Volker Meier vom Landvolk Braunschweiger Land e.V. wieder Schülerinnen und Schüler auf der Kirchwiese am Naturdenkmal „Spring“. - Der Treffpunkt wird seit 2017 genutzt, um von dort aus Mascherodes Feldmark zu erkunden.
Landwirte Heinrich Pape und Carsten Loges aus Mascherode sowie Jörn Cramm aus Leiferde standen bereit, zusammen mit den Wasserbrüdern aus Mascherode bäuerliche Wirtschaftsweisen zu erklären. Außerdem standen zwei Trecker mit zum Personentransport hergerichteten Anhängern zur Verfügung, um etwas entfernt liegende Ackerflächen zeitlich angemessen zu erreichen.
Aus der Innenstadt kam eine 8. Klasse der Realschule John-F.-Kennedy-Platz, die mit Straßenbahn und Bus angereist war. Die Grundschule Mascheroder Holz entsandte zwei 3. Klassen, die zu Fuß durch den Wald die Springquelle erreichten. Der Mascheroder Kindergarten musste leider wegen krankheitsbedingt fehlender Erzieher absagen. Überraschend waren Grundschülerinnen und Grundschüler aus Melverode ebenfalls schon früh am „Spring“ anwesend, denn sie nahmen nach ihrer Fußwanderung dort ihr Frühstück ein. So boten die Landwirte an, die „Überraschungsgäste“ vorweg schon mit den Treckergespannen zu Erläuterungen in der Feldmark einzuladen.
Inhaltlich ging es an diesem Vormittag um die Winterbestellung, die Frühjahrsaussaat, landwirtschaftliche Maschinen und das Wassermanagement bei unterschiedlichen Wettereinflüssen. In Kurzvorträgen, ergänzt mit aktuell im Wachstum befindlichen Pflanzen, Modellen landwirtschaftlicher Maschinen und bereitgestellten Arbeitsblättern und entsprechendem Informationsmaterial, wurde den Schulkindern das Anliegen der Landwirtschaft vermittelt.
Am Ende der Aktionen lud Volker Meier zu einem Imbiss mit Laugenbrezeln und Apfelsaft aus heimischen Obstwiesen ein. Dabei gab es für die begleitenden Lehrkräfte das Angebot von weiterem Unterrichtsmaterial, welches entsprechend der Wünsche in den Schulen angeliefert wird.
Die Grundschule Melverode hat aufgrund dieser spontanen Erfahrung ihr Interesse angemeldet, im Jahr 2027 zur Lehrpfadinformation in Mascherode offiziell eingeladen zu werden. Dass GS Mascheroder Holz sowie die RS John-F.-Kennedy-Platz nächstes Jahr teilnehmen werden, ist fest vereinbart.

Tag der Niedersachsen 2026: Landwirtschaft erlebbar gemacht
Drei Tage voller Begegnungen, Gespräche und spannender Einblicke: Der Tag der Niedersachsen 2026 war für das Landvolk Braunschweiger Land und seine Partner ein voller Erfolg.
Unter dem Motto „Erlebnismeile ländlicher Raum“ präsentierten wir uns gemeinsam mit der Jägerschaft, den LandFrauen, den Junglandwirten, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, dem NAN Ackerbauzentrum, dem Julius-Kühn-Institut sowie der Initiative „Echt Grün – Eure Landwirte“. Gemeinsam zeigten wir die Vielfalt, Innovationskraft und Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft und des ländlichen Raums in unserer Region.
An zahlreichen Informations- und Mitmachstationen konnten große und kleine Besucher Landwirtschaft hautnah erleben. Besonders beliebt waren die virtuellen Hofbesuche mit der VR-Brille sowie das Melken an der Holzkuh. Darüber hinaus boten unsere Fachvertreter aus Vorstand, Geschäftsführung und freiwilligen Helfern des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit vielfältige Informationen zu regionaler Landwirtschaft, moderner Produktion und gesunder Ernährung. Besonders erfreulich war das große Interesse von Lehrkräften, Eltern und Kindern, die die Gelegenheit zum persönlichen Austausch intensiv nutzten.
Das Bühnenprogramm konnte sich sehen lassen: Mit Trachten, Präsentationen und abwechslungsreichen Aufführungen machten die beteiligten Verbände deutlich, wie lebendig, vielfältig und zukunftsorientiert das Leben im ländlichen Raum ist.
Auch für den politischen Dialog wurde die Zeit genutzt. So konnten wir unter anderem den Niedersächsischen Umweltminister Christian Meyer, den Landtagsabgeordneten Oliver Schatta, die Europaabgeordnete Lena Düpont sowie den Bundestagsabgeordneten Alexander Jordan begrüßen. In persönlichen Gesprächen tauschten wir uns mit ihnen über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Landwirtschaft aus – von Ernährungssicherung und Nachhaltigkeit bis hin zu den Rahmenbedingungen für landwirtschaftliche Betriebe.
Rund 35.000 Besucherinnen und Besucher allein auf dem Kohlmarkt sprechen für sich. Wir bedanken uns herzlich für den Besuch, die vielen interessanten Gespräche, Fragen und das große Interesse an der Landwirtschaft unserer Region. Der Tag der Niedersachsen 2026 hat einmal mehr gezeigt: Landwirtschaft verbindet – und der ländliche Raum hat viel zu bieten.
Tag des offenen Hofes 2026 begeistert rund 15.000 Besucherinnen und Besucher
Mit rund 15.000 Besucherinnen und Besuchern hat der Tag des offenen Hofes 2026 im Verbandsgebiet des Landvolks Braunschweiger Land eine außerordentlich positive Resonanz erfahren. Fünf landwirtschaftliche Betriebe in den Landkreisen Wolfenbüttel, Salzgitter, Peine und Helmstedt öffneten am Sonntag ihre Tore und ermöglichten interessierten Bürgerinnen und Bürgern authentische Einblicke in die moderne Landwirtschaft.
„Die große Besucherzahl zeigt eindrucksvoll, wie groß das Interesse an der heimischen Landwirtschaft ist. Unsere Betriebe haben die Gelegenheit genutzt, ihre Arbeit transparent darzustellen und mit den Menschen direkt ins Gespräch zu kommen“, betont das Landvolk Braunschweiger Land.
Die teilnehmenden Höfe präsentierten die gesamte Bandbreite moderner Landwirtschaft: von innovativen Agroforstsystemen und erneuerbaren Energien über artgerechte Hühnerhaltung und regionale Vermarktung bis hin zu nachhaltigem Ackerbau und vielfältigen Umweltmaßnahmen. Zahlreiche Hofführungen, Maschinenausstellungen, Bauernmärkte, Informationsstände sowie Mitmachaktionen für Kinder machten Landwirtschaft für die Besucherinnen und Besucher erlebbar.
Besonders erfreulich war die offene und konstruktive Atmosphäre auf allen Höfen. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, Fragen zu Tierhaltung, Pflanzenbau, Klimaschutz, Biodiversität und regionaler Lebensmittelproduktion direkt mit den Landwirtinnen und Landwirten zu diskutieren. Damit wurde ein zentrales Ziel des Aktionstages erreicht: den Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft zu stärken und gegenseitiges Verständnis zu fördern.
Ein besonderer Dank gilt den fünf teilnehmenden Betrieben Hof Schreiber in Denkte-Neindorf, Hof Twelckmeyer in Winnigstedt, Hof Rühmann in Salzgitter-Sauingen, der WARUP GmbH & Co. KG in Berkum sowie Hof Behn in Rümmer. Mit großem Engagement, erheblichem organisatorischem Aufwand und viel persönlichem Einsatz haben sie diesen erfolgreichen Aktionstag ermöglicht.
Das Landvolk Braunschweiger Land bedankt sich zudem bei allen Helferinnen und Helfern, Vereinen, Ausstellern und Partnern, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Ein besonderer Dank gilt dem Norddeutschen Rundfunk als langjährigem Kooperationspartner sowie den unterstützenden Versicherungen VGH, Öffentliche Versicherung Braunschweig, Öffentliche Versicherung Oldenburg und Ostfriesische Landschaftliche Brandkasse.
Der Tag des offenen Hofes hat erneut gezeigt, dass Landwirtschaft dann besonders verständlich wird, wenn sie direkt vor Ort erlebt werden kann. Die hohe Besucherzahl und die zahlreichen positiven Rückmeldungen bestätigen die Bedeutung solcher Begegnungen und machen Mut für zukünftige Veranstaltungen.
Mitgliederversammlung des Landvolkverbandes Braunschweiger Land: Ehrungen und Neuwahl des Vorstands
Pressemitteilung
Lengede, 7. Mai 2026 – Auf der diesjährigen, gut besuchten Mitgliederversammlung des Landvolkverbandes Braunschweiger Land ist ein neuer Vorstand gewählt worden. Karl-Friedrich Wolff von der Sahl (Landkreis Helmstedt) wurde als Vorsitzender bestätigt. Seine beiden Stellvertreter bleiben Luis Lütgering (Stadt Salzgitter) und Christian Wohlenberg (Landkreis Peine).
Auch Karoline Vorlop, Dr. Niels Pelka (beide Landkreis Wolfenbüttel), Elisa Pape und Mark Widdeke (beide Landkreis Helmstedt) sowie Henning Rühmann (Landkreis Salzgitter) wurden erneut in ihren Ehrenämtern bestätigt.
Mit der silbernen Ehrennadel für besondere Verdienste im Landvolkverband wurden Manfred Walkemeyer und Jürgen Hacke mit großem Dank und Anerkennung aus dem Vorstand verabschiedet. Beide treten nach langjährigem ehrenamtlichem Engagement in den wohlverdienten Ruhestand ein.
Harald Wagenschieber (Landkreis Goslar) und Carsten Lauenstein (Landkreis Peine) kandidierten nicht erneut für den Vorstand. Der Verband dankte beiden ausdrücklich für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz und wünschte ihnen für die Zukunft alles Gute.
Neu in den Vorstand gewählt wurden Jörn-Hendrik Cramm (Stadt Braunschweig), Hagen Meyer (Landkreis Peine), Karsten Beutnagel (Landkreis Peine) sowie Dr. Gunnar Breustedt (Landkreis Goslar). Damit bleiben die Regionen der ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder weiterhin gut vertreten.
In seinem Bericht blickte Vorsitzender Karl-Friedrich Wolff von der Sahl auf ein herausforderndes Jahr für die Landwirtschaft zurück. Im Mittelpunkt standen die wirtschaftlich angespannte Lage vieler Betriebe, steigende Produktionskosten, zunehmende Bürokratie sowie politische Rahmenbedingungen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene.
„Die Landwirtschaft im Braunschweiger Land ist nicht krank. Sie ist belastbar, innovativ und von Menschen geführt, die jeden Morgen früher aufstehen als die meisten Politiker, die über sie entscheiden“, betonte Wolff von der Sahl vor den Mitgliedern.
Zugleich machte der Vorsitzende deutlich, dass die Belastbarkeit vieler Betriebe an Grenzen stoße. Der Verband werde sich daher weiterhin mit Nachdruck für bessere Rahmenbedingungen, Bürokratieabbau und Planungssicherheit einsetzen. Kritisch äußerte sich Wolff von der Sahl unter anderem zu überbordenden Dokumentationspflichten, zur europäischen Umweltgesetzgebung sowie zur aktuellen Wolfspolitik.
Positiv bewertete der Vorsitzende dagegen die Entwicklungen bei der Düngeverordnung sowie die Rückkehr der Agrardieselregelung. Zudem kündigte er an, dass sich der Verband künftig intensiver mit dem Thema Wasserverfügbarkeit und der Wiederverwendung gereinigten Abwassers für die landwirtschaftliche Bewässerung beschäftigen werde.
Abschließend dankte Wolff von der Sahl den Mitgliedern für ihr Vertrauen und ihr Engagement: „Wir brauchen diesen Verband nicht als Klagemauer, sondern als Stimme, als Netzwerk und als Gemeinschaft, die Dinge bewegt.“
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